Reaktionen auf die Brunnen 183 Räumung

Heute wurde das Hausprojekt Brunnen183 von 6 Hundertschaften brutal am hellerlichten Tag geräumt.

Ihr bestimmt den Termin, wir den Preis!

schluss mit lustig

Kommt alle zu den Demonstrationen. Wir wehren uns!!!
Kommt zum Warmup am 25.11.2009 um 20.00 Uhr am Kollwitzplatz
und zur Großdemonstrationen am 26.11.2009 um 19.00 am O-Platz.
Heute, Morgen, alle Tage- wir kämpfen weiter- keine Frage!

Das Hausprojekt Brunnen183 gehörte zu den bedrohten Hausprojekten in Berlin, genau wie die Liebig 14, Rigaer94 und der Schwarzer Kanal, kämpfte die Brunnen183 seit über 15 Jahren um den Erhalt der Freiräume.
Wir bleiben Alle!

Die Brunnen183 gab als Projekt Menschen unterschiedlichen Alters und aus vielen verschiedenen Ländern ein zu Hause. Sie sieht sich als soziales Wohn- und Kunstprojekt, dass auch durch den im Erdgeschoss angesiedelten Umsonstladen vielen Menschen und Nachbar/innen die Möglichkeit gab, materielle Güter ohne Geld auszutauschen und dadurch dem Verwertungszwang etwas entgegenzusetzen.

Mit einem Großaufgebot von 600 Einsatzkräften räumte die Polizei, als Amtshilfe für den Gerichtsvollzieher das Haus. Neben Hundertschaften und Helikopter wurde auch das SEK bei der Räumung eingesetzt. Die gesamte Brunnenstraße wurde abgesperrt und auch in F-Hain und X-Berg war die grüne Armarda mehr als präsent. Solidaritätsbekundungen gab es trotzdem und wenige Minuten nach der Räumung fanden sich zahlreiche Aktivist/innen zur Unterstützung ein.

Trotzdem die Bewohner/innen bereit waren, dass Haus zu kaufen, verweigerte der neue Eigentümer sich einem Verkauf und wie schon üblich war auch keine wirkliche Unterstützung von politischer Seite zu erwarten.
Verantwortlich für diese Räumung ist der nicht nur der Neubesitzer und Passauer Arzt der auf einem Räumungstitel bestand, sondern auch der Berliner Senat und sein Liegenschaftsfond, welche weder einem Haustausch, Ersatzobjekten noch einer politischen Lösung zustimmten. Jegliche Zugeständnisse und politische Bekundungen erweisen sich als leeres Gewäsch.

Nach der Studie gegen Linksextremismus und dem so genannten „runden Tische der Experten“, versucht die Berliner Polizei ihr Bild in der Öffentlichkeit gerade zu rücken. So überfielen sie erst letzte Woche mit einem Großaufgebot die Liebigstr. 14 und 34. Und trotzdem, sind ihnen auch weiterhin Freiräume, die sich jenseits der kapitalistischen Verwertungslogik etablieren ein Dorn im Auge. Ob Rückzugsräume oder Ausgangspunkte: unsere Freiräume werden wir verteidigen und uns nicht widerstandslos nehmen lassen!

Jede Räumung hat ihren Preis, welchen bestimmen wir!

http://wba.blogsport.de


3 Antworten auf „Reaktionen auf die Brunnen 183 Räumung“


  1. 1 Jazariel 27. November 2009 um 16:37 Uhr

    Ja, ich bin richtig sauer das die das tatsächlich gemacht haben. Aber diesem Staat hängt genauso wie allen anderen Staaten die Verschuldung im Nacken. Die Haushalte der Nationen brauchen Profite, brauchen Wachstum und um Konzerne, also Steuereinnahmen usw. anzulocken brauchen sie auch ein „sauberes Erscheinungsbild“. Wer mal bei Bewerbungsgesprächen für ein Job war weiß wie das ist, da zählt der „erste Eindruck“ und nichts anderes macht die Stadt Berlin wenn sie so geile Projekte wie die Brunnen einfach plattmachen.

    Was es zutun gilt ist klar, nicht aufgeben, aufklären, zurückschlagen und vorallem offen und ehrlich bleiben. Gewalt wirds nicht lösen, aber Argumente werden dieses verlogene primitive System früher oder später sowieso langfristig auseinander nehmen, wenn es nich schon zuvor durch die Zinslast explodiert ist.

  2. 2 Hendrik Lehmann 28. November 2009 um 14:28 Uhr

    ja, es ist irgendwie echt arm, das sich unsere gesellschaft solche wohnprojekte nicht leisten will und kann. kleine farbtupfer machen halt doch ein bild, leben ist vielfältig, aber viele menschen denken und fühlen einfältig. es ist arm und beschämend für die werte unserer kultur, da diese räumung u.a. ein ausdruck für den umgang mit minderheiten und sozial anders denkenden menschen innerhalb unserer gemeinschaft ist. eine kultur, die sich als eine der führenden industrienationen der welt versteht, deren werte und anspruch wird durch solche aktionen von innen ausgehölt. jeder der ein bißchen vom leben geschmeckt hat weiß, dass eine pluralistische gesellschaft sich solche „paradiesvögel“ (für mich eher lebendige menschen die sich an das gängige format nicht anpassen möchten, können, oder wollen…und das ist auch gut so) leisten kann. Ein souveräner und „wir haben alles im griff“ toller staat, sollte sich als solcher in einem souveränen und großzügigen umgang mit wohnprojekten wie in der brunnenstraße 183 offenbaren, was aber nuh am dienstag dieser woche sich offenbarte war echt „kleinkacki“, sorry, aber anders will ich das nicht bezeichnen. darauf bin ich nicht stolz. ich in meiner welt und mit meinem freundeskreis gehe da anders mit um, und ich als politiker hätte alles daran gesetzt dieses wohnprojekt zu erhalten, und hätte es voll stolz als eines der vielen konterfeis von berlin, einer mal echt bunten metropole, präsentiert. so aber ist es echt schade um das gesamtbild „unserer“ stadt, und jeder sollte für sich überlegen was er dagegen tun kann und will.
    nur zum verständnis: die brunnen 183 ist nicht mein lebensstil, aber wir hätten sehr gut mit unseren stilen zusammen leben können…ZUSAMMEN LEBEN.
    hendrik lehmann

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