Warum sollen wir gehen ?
…die Geschichte des Hauses:

Wie viele andere Häuser stand die Brunnen183 nach dem Mauerfall leer, und wurde wie viele andere Häuser besetzt von Menschen, die einfach nicht einsehen wollten, dass so viel Wohnraum ungenutzt bleibt während sie selbst keine ausreichende Wohnmöglichkeit hatten.
Nach kurzer Zeit stellte sich eine Erbengemeinschaft als Besitzerin des Hauses heraus. Mit dieser wurden Abkommen getroffen, die BewohnerInnen fingen an Miete zu bezahlen. Das Haus wurde von den BewohnerInnen lange Jahre selbst verwaltet und in Stand gehalten. Im Jahr 2003 wurde das Haus an eine Immobilienfirma verkauft, welche weiterhin Mieten entgegennahm, die BewohnerInnen jedoch zum Auszug bewegen wollte. Lange wurde verhandelt, es gab einen Runden Tisch unter Beteiligung von Bezirkspolitikern, dieser blieb jedoch ergebnislos. Als die Immobilienfirma dann pleite ging, sollte das Haus versteigert werden, die BewohnerInnen erstellten einen Finanzierungsplan, hatten die
Summe für die Anzahlung bereit.
Einen Tag vor der angesetzten Versteigerung jedoch wurde das Haus von einem gewissen Dr. Kronawitter aus Passau verkauft.
Da keine/r der BewohnerInnen einen schriftlichen Mietvertrag vorzuweisen hatte, versuchte der neue Besitzer zunächst räumen zu lassen, die Polizei lehnte aber ab, da keine richterliche Weisung vorlag. Daraufhin überzog Kronawitter die BewohnerInnen mit Räumungsklagen und schikanösen Anzeigen wegen allerlei Nichtigkeiten. Ausserdem versuchte er uns den Spaß an unserem Leben im Haus zu verderben in dem er uns immer wieder “besuchte”, in unsere Räume eindrang, unsere Türschlösser rausreißen lies und im August 2007 eine polizeiliche “Personalienfeststellung” veranlasste, bei der 600 Polizisten das Haus stürmten, alles abfilmten, teilweise durchsuchten und die grösstenteils ohnehin schon bekannten Personalien der 31 anwesenden BewohnerInnen und Gäste aufnahmen.

Nachdem diese Aktion die von ihm gewünschte Räumung auch nicht begründete wurde Kronawitter klar, dass er mit solchen Mitteln nicht weiterkommt, woraufhin durch Mithilfe der Bezirkspolitik, an einem runden Tisch folgender Kompromiss erarbeitet werden konnte:

Kronawitter kauft ein gleichwertiges Grundstück vom Berzirk und verkauft uns
BewohnerInnen die Brunnen183 zum Selbstkostenpreis.

Nach langem Suchen fand sich endlich ein geeignetes Grundstück in der Ackerstrasse 29, dieses gehört jedoch nicht dem Bezirk sondern dem Senat und dieser ist nicht an einer politischen Lösung des Problems interessiert, sondern möchte meistbietend an die Modefirma Joop und eine Architektengruppe zu verkaufen. Und dies obwohl – wenn der entsprechende Teil des Grundstücks an Kronawitter ginge und dieser dort das von
ihm geplante generationsübergreifende Wohnprojekt bauen könnte – auf dem Restgrund der „Zentralverband deutscher Chöre“ eine Art Kulturzentrum mit Proberäumen für Chöre bauen möchte.
Aber Jette Joop hat scheinbar den besseren Draht zu Wowereit und besteht bisher darauf, sich gegen den Wunsch des Bezirks auf dem Grundstück ihren zentralen Firmensitz einzurichten.

Laut neustem BVV-Beschluss soll das Grundstück bevorzugt mit Wohnraum bebaut werden Arhitektenbüros werde ausdrücklich abgelehnt, der Firma Joop wurde inzwischen ein anderes Grundstück angeboten, so dass es nun gilt der Forderung nach einer Vergabe des Grundstücks in der Ackerstr.29 an Kronawitter und damit dem langfristigen Erhalt des Hausprojekts Brunnen183 und des Umsonstladens, in vielfältiger Weise Nachdruck zu verleihen.

Den BewohnerInnen der Brunnen183 entstehen leider in der Zwischenzeit kaum zu deckende Kosten durch die laufenden Räumungsklagen.
Ausserdem macht die extrem unsichere Situation das Leben im Haus nicht gerade einfacher. Auch haben wir inzwischen die Gerichtsverfahren verloren, so dass die Zeit drängt, es muss schnell gehandelt werden.

Wir fordern den Senat auf, Rücksicht auf die Bedürfnisse der BewohnerInnen und NutzerInnen der Brunnen 183 zu nehmen und dazu beizutragen, einen der letzten bunten, nicht von Kommerz geprägten Flecken der Gegend zu erhalten!!!!!